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Landline von Rainbow Rowell (goodreads)

Von 2014. Ist ein Contemporaryroman mit einem Touch Magischem Realismus für Erwachsene. Das Buch erscheint im Dezember unter dem Titel Zwei Worte vor und eins zurück auf Deutsch. Es erzählt die Geschichte von Georgie, einer erfolgreichen TV-Serien-Autorin, die nach zahlreichen Jahren der Ehe feststellt, dass sie Job, Ehemann und Kinder nicht mehr unter einen Hut bekommt.

Dieses Buch hat mein Herz gefressen. Wie Fangirl hat mich jedes Kapitel in diesen wohlig-warmen Kuscheldeckenzustand versetzt. Trotzdem ist es ganz anders als Fangirl, denn es geht um Erwachsene. Ein bisschen hab ich mich schon darüber erschrocken wie gut ich mich in das Leben und die Beziehung eines fast 40jährigen Pärchens hineinversetzen konnte. Davon bin ich ja doch noch gute 15 Jahre entfernt. Aber es ist so erfrischend mal ein Buch über eine langjährige Beziehung zu lesen. Keine Schmetterlinge und Ungewissheiten mehr sondern vertrautes einander-auswendig-Kennen und ein Familienalltag, der ganz andere Hürden mit sich bringt.

Georgie und Neil haben mich an mich selbst erinnert, mich zum Lachen und zum Schwärmen gebracht. Wie traurig ist es bitte, dass ich nur noch ein ungelesenes Rainbow Rowell Buch vor mir habe? Mit Landline hat sie sich in die Liga meiner Lieblingsautoren geschrieben und bewiesen, dass ich jedes Genre von ihr lesen würde.

Falls es jemand noch nicht mitbekommen hat: in Landline tauchen zwei Figuren auf, die aufmerksame Leser aus einem anderen Roman der Autorin kennen dürften :)

Das steckt drin: Harry Potter Anspielungen, ein magisches Telefon, ein Ende bei dem sich alles fügt, ein Kind, das denkt es sei eine Katze (meow), ein schwangerer Mops, der erste Schnee, TV-Comedy und handgezeichnete Cartoons.

5 Schweinchen

The Selection von Kiera Cass (goodreads)

Von 2012. Ist der erste Teil einer Trilogie (die nun doch noch zwei Fortsetzungen bekommen wird) und heißt auf Deutsch nur Selection. Die Geschichte handelt von einem dystopischen Kastensystem, bei dem junge Mädchen die Möglichkeit haben in Form einer “Bachelorshow” zur Prinzession aufzusteigen.

Ich wusste, dass dieses Buch nichts zum Ernstnehmen sein würde. Die Story ist eine dystopische Ausgabe des Bachelors – von daher wollte ich die niveaulose Unterhaltungsbeschallung, die TV-Serien dieser Art bieten. Blieb leider aus. Wo war das Drama? Wo die Intrigen und Zickenkriege, die ich am WG-Leben von gestellten Castingshows so liebe? Für die paar Zickereien, die hier stattfinden, hätten Germany’s Next Top Model Kandidatinnen nur ein müdes Lächeln übrig.

An Spannung hapert es auch. Allein die Titel der Fortsetzungen nehmen viel vorweg. Den Rest kann man sich nach den ersten 50 Seiten zusammenreimen. Danach folgen Kitsch und unspektakuläres Geblubber. Das meiste wird nur kommentarlos vorgesetzt. America (dieser Name) und Maxon sind jetzt Freunde, weil sie das so beschlossen haben, nicht etwa, weil es sich subtil entwickelt hat. In diesem Roman ist es wie mit Facebook: Freundschaftsanfrage akzeptiert. Tja, nicht mit mir.

Für ein guilty pleasure Buch fehlt es mir hier an überzeichenten Schockmomenten und hasswürdigen Figuren. Als TV-Serie könnte ich es mir ganz gut vorstellen, aber daraus wird ja nichts.

Das steckt drin: Kastensystem, Liebesdreieck, königliches Hofgehabe, politische Rebellen zum Kaputtlachen und zu viele Behauptungen.

2 Schweinchen

Hättet ihr lieber ein alethiometer oder einen dæmon?

Ihr kennt das Buch oder mindestens den Film bestimmt alle. Nach dem deutschen Hörbuch vor ein paar Jahren (und einer englischen Hörspielfassung noch etwas früher) lese ich das Buch nun zum ersten Mal mit Buchstaben und Seiten. Es ist nicht einfach geschrieben und manchmal etwas langatmig erzählt, aber die Ideen sind einfach so gut und die Welt so überraschend, dass ich dennoch Spaß habe.

Zwei meiner Lieblingselemente im Buch sind das alethiometer (der “Goldene Kompass”), dem man jede Frage stellen kann und eine wahre Antwort erhält (soweit man des Lesens der Zeichen mächtig ist). Wenn ich so eins hätte, würde es wahrscheinlich die Googlefunktion meines Smartphones ersetzen (“Liebes alethiometer, fällt dir ein Synonym für “süß” ein?). Ich meine, was soll ich in unserer Welt auch groß für Fragen stellen. Vielleicht noch, ob mich jemand angelogen hat. Möglicherweise kann es einem auch bei schweren Entscheidungen helfen. Habt ihr Fragen, die so ein Kompass beantworten könnte?

Wie wahrscheinlich unschwer zu erkennen ist, würde ich mich mit brüllendem Jubelgeschrei für einen dæmon entscheiden. Wer will denn sowas nicht (vielleicht Leute, die nichts mit Tieren anfangen können)? Er ist ja wie ein Haustier, nur noch viel besser, weil er sich in der Kindheit und Jugend hin und herverwandeln kann und immer bei einem ist und wie eine Verkörperung der eigenen Seele. Yes please! Man hat natürlich ein bisschen den Schwarzen Peter gezogen, wenn sein dæmon beschließt zu einem Wassertier (Wal, Delfin) zu werden und man somit nie vom Meer wegkommt (man kann sich ja nur bis auf wenige Meter von seinem dæmon trennen). Ich glaube aber nicht, dass mein dæmon sich zu einem Hai manifestieren würde, eher ein Wolf, das wär schön, aber ich frage mich immer, ob das eher eine Traumvorstellung ist.

Nehmt ihr lieber den dæmon oder das alethiometer? Welche Form hätte er und welche dringenden Fragen würdet ihr zuerst stellen?

Zitiert aus The Golden Compass von Philip Pullman (p 69)

Then a bath, with thick scented foam. Mrs. Coulter came into the bathroom to wash Lyra’s hair, and she didn’t rub and scrape like Mrs. Lonsdale either. She was gentle. Pantalaimon watched with powerful curiosity until Mrs. Coulter looked at him, and he knew what she meant and turned away, averting his eyes modestly from these feminine mysteries as the golden monkey was doing. He had never had to look away from Lyra before.

John Cleaver Trilogie von Dan Wells (goodreads)

Band 1: I Am Not A Serial Killer
Band 2: Mr Monster
Band 3: I Don’t Want To Kill You
Band 4: The Devil’s Only Friend (noch nicht erschienen)
Band 5:noch nicht erschienen
Band 6:noch nicht erschienen

Die Bücher erzählen von einem als Soziopathen diagnostiziertem Teenager, der ein großes Interesse an Serienkillern hat. Er wächst bei seiner Mutter, die ein Bestattungsunternehmen führt, auf und als die idyllische Kleinstadt eines Tages von unerklärlichen Morden heimgesucht wird, erwacht in ihm ein finsteres Interesse.

Eigentlich kann ich die John Cleaver Reihe gar nicht als beendet verzeichnen. Dan Wells hat nämlich vor Kurzem verkündet, dass er die Geschichte mit drei weiteren Büchern weitererzählen wird. Hallelujah!

Die John Cleaver Romane sind nichts für nach-Horrorfilmen-das-Licht-Anlasser. Es wird an manchen Stellen so blutig und brutal, dass ich eher das Gefühl hatte einen Erwachsenen-Thriller zu lesen. Ich vertrage sowas nicht mehr so gut, aber es lohnt sich einfach für den Blick, den man in den Kopf eines 15jährigen Soziopathen werfen darf. Die trockene Beobachtungsgabe, wenn es um den Tod und den Bestatterberuf geht und vor allem der ständige innere Kampf. John weiß genau, dass er nicht normal ist und Neigungen hat, die er dringend unterdrücken muss. Er will niemandem wehtun und doch ist dieser Drang in ihm, der sich durch nichts anderes befriedigen lässt.

Es ist gruselig wie nahe Dan Wells mich an John herangeführt hat. Selbst wenn er zu weit geht, hege ich noch Mitgefühl für ihn und will ihn auf den richtigen Weg zurückholen.

Hab ich schon die Plottwists erwähnt? Einiges habe ich durchaus vorausgeahnt, aber andere Entwicklungen haben mich kalt erwischt, vor allem am Ende des dritten Bands.

Die drei kurz erzählten Bücher (alle um die 300 Seiten) haben eine Fortsetzungstrilogie dringend nötig. Es bleiben so viele Fragen offen und die Entwicklung dieses Soziopathen ist noch lange nicht abgeschlossen.

4,5 Schweinchen

Na das ist mal ein ordentlicher Stapel neuer Bücher oder? Die hab ich alle bestellt nachdem ich gesehen habe wieviel Platz in meinem neuen Regal noch gefüllt werden muss. Der Clou an der Sache ist, dass ich sie alle schon gelesen habe. Nicht in den letzten Wochen, so schnell bin ich wirklich nicht, aber einfach in letzter Zeit, als eBook, Hörbuch oder ausgeliehen, so dass ich sie bisher nicht im Regal hatte. Alle 9 Bücher fand ich aber so gut, dass ich mir vorstellen kann sie noch einmal zu lesen, den Autor unterstützen möchte und sie einfach in meinem Regal haben will.

Na gut, A Dance With Dragons ist ein bisschen geschummelt. Zur Song of Ice and Fire Reihe höre ich die Hörbücher und da bin ich erst etwa bei der Hälfte des Buches :P

Kauft ihr Bücher für’s Regal, wenn ihr sie nur als eBook/Hörbuch/Ausleihe gelesen habt? Oder reicht es euch einmal Geld dafür ausgegeben zu haben?

Harry Potter & the Half-Blood Prince / Harry Potter & the Deathly Hallows von J.K. Rowling (goodreads)

Ohne viel Radau hier noch die Highlights meiner letzten beiden Harry Potter Rereads. Spoiler inklusive!

Band 6

+ Einfach herrlich wie Ron immer wieder diverse jüngere Schüler aus dem Weg schiebt und für seine Zwecke ausnutzt xD

+ Tom Riddles Vergangenheit ist mein Lieblingspart aus diesem Buch, so interessant.

+ So süß wie Harry nach und nach checkt, dass er auf Ginny steht und erst versucht sich das ein wenig zu verbieten x)

+ Genauso niedlich ist es wie Ron und Hermione umeinander schleichen <3

+ Ich liebe die Bösewichte in diesem Buch. Man erfährt viel zu wenig über Draco und Voldemort, die beiden sind so faszinierend. Spin-Offs please!

Band 7

+ Wie Dudley beim finalen Abschied plötzlich “Gefühle” für Harry entwickelt. Er wird doch nicht etwa wirklich sowas wie ein Herz haben?

+ So traurig wie Ron und Hermione ihre Familien auf ihren Abschied vorbereiten T_T

+ Hedwig u.u und Moody direkt hinterher, das hatte ich vergessen :(

+ Wie Harry und Ginny nicht zusammen sein “dürfen”, das ist so doof und tut mir so leid für die beiden :(

+ So schlimm wie Harry und Ron sich zerstreiten. Sie sind so ehrlich zueinander und verletzten sich damit gegenseitig. Sehr mutige und realistische Szene.

+ Die Parallelen zum 3. Reich fallen mir hier am extremsten auf. Keine Mugglegeborenen Zauberer sind erlaubt, die Propaganda, Verhöre, Fluchten, gefälschte Stammbäume usw.

+ Wie Harry endlich das Grab seiner Eltern besucht u.u 

+ Boah und wie gruselig ist bitte die Szene, in der sie Voldemort knapp entwischen? Immer mit diesen Einblicken in Voldemorts Gedanken und er kommt immer näher.

+ Ich finde die Auflösung mit dem Elder Wand irgendwie zu unklar und verwirrend. Hätte ich gern logischer gehabt.

+ Dieser Epilog macht mich fertig. Nicht auf die gute Art. Er ist einfach viel zu kitschig und hält nichts bereit, was man sich nicht auch hätte vorstellen können.

So, und damit ich nicht das Gefühl habe, dass es wirklich “schon” vorbei ist, dürft ihr mir gern in den Kommentaren von euren Lieblingsszenen aus den letzten 2 (oder allen ;D) Büchern erzählen.

Forgive Me, Leonard Peacock von Matthew Quick (goodreads)

Von 2013. Der YA-Contemporary Roman ist auf Deutsch unter dem ebenfalls sehr passenden Titel Happy Birthday, Leonard Peacock erschienen. Das englische Hörbuch ist etwas über 6 Stunden lang (ungekürzt) und wird von Noah Galvin gelesen. Der Roman erzählt von Teenager Leonard, der an seinem Geburtstag zwei Morde plant, den an seinem ehemaligen besten Freund und den an sich selbst.

Dieses Buch hat mir mit seiner P-38 Naziwaffe direkt in den Kopf geschossen. Leonards Situation, seine Gedanken und seine Vergangenheit gingen mir so nahe, dass ich am liebsten mit zu seinem Lehrer Herr Silverman ins Buch gestiegen wäre und geholfen hätte Leonard vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Noah Galvin ist mein Leonard Peacock. Die Stimme passt perfekt zu den stürmischen Schwankungen aus eiskalter Beobachtungsgabe und purer Verzweiflung.

Unbedingt lesen (oder anhören!), wenn ihr eine Schwäche für gemobbte Außenseiter, grandiose Lehrer und/oder tragische Racheakte habt.

Das steckt drin: eine P-38 Naziwaffe, Humphrey Bogart Verehrung, ein Alptraum von einer Mutter, Missbrauch, Diskussionen übers Christentum, ein Lehrer, den ich jedem Problemkind wünsche, und Briefe aus der Zukunft.

5 Schweinchen

Die letzten Neuzugänge sind schon fast 2 Monate her. Ich denke die ganze Zeit ich hab vergessen euch irgendwelche neuen Bücher zu zeigen, aber ich war tatsächlich brav. Und das Allerbeste ist, dass ich bis auf ein Buch auch schon alles auf dem Foto gelesen hab.

Rags & Bones sind Märchennacherzählungen und die habe ich noch nicht gelesen, da ich gerade noch an einer anderen Kurzgeschichtensammlung nage. Das Buch habe ich bei Dussmann schon öfter beäugt, aber erst jetzt, wo es für 3 Euro bei den Bargains gelandet ist, hab ich es mitgenommen.

We Were Liars ist eigentlich nur der Vollständigigkeit halber mit dabei. Das Buch hab ich schon vor gefühlten Ewigkeiten gekauft und gelesen.

Nachdem ich den 7. Harry Potter Band beendet hatte, wollte ich noch ein wenig länger in der Welt verweilen und habe versucht den Abschied mit Fantastic Beasts and Where To Find Them hinauszuzögern. Süßes Buch, aber auch ein bisschen fade und aus der Gestaltung hätte man noch viel mehr rausholen können.

Die Kurzgeschichten in Four habe ich locker-flockig weggelesen. Es hat Spaß gemacht noch mal in das Divergent-Universum einzutauchen, auch wenn ich inzwischen leider nur noch die Filmfiguren vor Augen habe.
Landline habe ich direkt hinterher geschoben und wafieöhaifohawoi, ich fand es so, so, so gut. Es hat mein Herz zum Schmelzen gebracht und ist nun nach Fangirl mein zweitliebster Rainbow Roman. Ich brauche dringend Attachments.

Von Cruel Beauty hatte ich bereits das Hörbuch gehört. Das fand ich erstens so gut und zweitens hatte ich das Gefühl aus dem Hörbuch gar nicht alle Informationen mitnehmen zu können, deshalb wollte ich es direkt noch mal zum Nachlesen und fürs Regal haben.

Weitere Bücher sind übrigens schon bestellt. Der nächste Haul wird also nicht so lange auf sich warten lassen ;)

Homophobe Autoren und die Frage, ob ich ihre Bücher lesen möchte
Ich möchte mal über etwas mit euch reden. Nämlich darüber, ob man Autor und Buch voneinander trennt. Vor 2 Jahren habe ich schon mal einen ähnlichen Post geschrieben, in dem es darum ging wie Autoren sich daneben benehmen und ob man seine Lese- und Kaufentscheidungen davon beeinflussen lassen sollte. Heute geht es aber nicht um Autoren-Rumgezicke sondern darum, wie man reagiert, wenn Autoren deutlich einen Standpunkt einnehmen, dem man selbst komplett anders sieht.
Festmachen will ich das am Beispiel Homophobie. Ich bin ganz klar dafür, dass Homosexuelle genau die gleichen Rechte haben sollten wie Hetereosexuelle. Für mich macht es keinen Unterschied, wen man liebt. Mensch ist Mensch und ein Kind kann genauso glücklich von zwei Männern aufgezogen werden wie ein Kind unglücklich bei einem Mann und einer Frau aufwachsen kann. Manche Menschen sehen das anders und obwohl natürlich jeder das Recht auf seine eigene Meinung hat, finde ich es schwierig, wenn solche Menschen Homosexualität als Krankheit bezeichnen und darauf bestehen, dass letztere in welchen Bereichen auch immer weniger Rechte haben sollten.
Nun zu den Autoren. Glanzbeispiel ist Orson Scott Card. Dass der Ender’s Game Autor in aller Öffentlichkeit homophobe Äußerungen von sich gibt, ist kein Geheimnis. Hier gibt es beispielsweise eine Sammlung seiner Äußerungen, natürlich außerhalb des Kontextes, aber ich denke für eine grobe Meinungsübersicht reicht es. Aufgrund seiner Aussagen habe ich bisher für mich beschlossen Ender’s Game links liegen zu lassen und den Autor weder mit Geld noch mit Lesezeit zu beglücken. Ich muss zugeben, dass die Verfilmung seines bekanntesten Werkes mich vor Kurzem so neugierig gemacht hat, dass ich sie mir trotz allem angeschaut habe. Allerdings haben sich die Filmemacher klar von Cards Meinung zu Homosexualität distanziert. Erschrocken musste ich feststellen, dass ich die Story ziemlich cool fand. Kleine Zwickmühle also. Der Autor vertritt auf extreme Art und Weise eine Meinung, die ich weder gutheißen kann noch möchte, seine Storyidee war aber trotzdem ziemlich ansprechend. Zum Glück ist meine Neugierde mit dem Film aber befriedigt worden und ich verspüre nicht den Drang das Buch trotzdem zu lesen.
Beispiel Nummer 2 bereitet mir viel größere Bauchschmerzen. Der momentan überall erwähnte und hoch gelobte Brandon Sanderson. Er gehört wie Orson Scott Card einer LDS-Kirche an. Diese ist nicht gerade für ihre Liberalität bekannt und so ist es nicht verwunderlich, dass auch Brandon Sanderson Homosexualität in Frage stellt. Einen sehr langen Essay von 2007 zu dem Thema kann man auf seinem Blog lesen. Spannend hieran ist, dass Brandon Sanderson so ganz anders rüberkommt als OSC. Er wirkt offener und toleranter. Auch er hält Homosexualität für etwas grundsätzlich Falsches, einen Drang, dem man als Betroffener nicht nachgehen sollte, aber er sagt gleichzeitig, dass er Homosexuelle nicht ausgrenzen oder schlechter behandeln würde (nur Ehe schließen dürfen sie nicht, weil das für ihn etwas Kirchliches ist). Großes &#8220;Hmmm&#8221; meinerseits. Keine Frage, Brandon Sanderson kommt mir 100x sympathischer vor, aber woran liegt das? Daran, dass ich seine Bücher so gern so dringend lesen möchte? Daran, dass er sich geschickter ausdrückt als OSC? Denn das ist doch die Frage. Bloß weil BS es toleranter formuliert, ist er doch der Meinung, dass Homosexualität falsch ist und letztere nicht die gleichen Rechte (Ehe) haben sollten wie Heterosexuelle.
Ich will jetzt gar nicht weiter in die Tiefe darüber gehen, was genau die beiden Autoren für eine Meinung haben. Dazu müsste man sie schon selbst in die Diskussion mit einbringen. Viel mehr stelle ich mir die Frage, warum ich mich OSC so (relativ strikt verweigere und bei BS dazu tendiere eine Ausnahme zu machen. Ich meine, wie handhabt man sowas? Sollten die eigenen Moralvorstellungen wichtiger sein? Oder trennt man strikt zwischen Autor und Buch? Letzteres finde ich nicht schlimm solange gewisse Ansichten nicht auch in den Büchern durchscheinen. Man kann jemanden unsympathisch finden und seine Kunst trotzdem wertschätzen, oder? Ist genau das nicht Objektivität? Und wie ist es, wenn ich von Fall zu Fall entscheide? Wenn ich OSC einfach so doof finde, dass ich seine Bücher nicht lesen mag, aber BS, der eine ganz ähnliche Meinung vertritt, erlaube sich in mein Regal zu schleichen. Macht mich das zu einem Heuchler? Und wieso können Autoren sich nicht einfach mal darauf beschränken nur über ihre Bücher zu reden?
Was sagt ihr dazu und wie handhabt ihr das selbst? Standet ihr schon mal vor so einem Dilemma? Ich weiß, dass viele von euch Brandon Sanderson lesen. War euch seine Meinung über Homosexualität bekannt? Ist euch das egal? Im Endeffekt muss das jeder für sich selbst entscheiden, aber ich finde es wichtig, dass man informiert ist und seine Entscheidung bewusst getroffen hat, also erzählt mir doch bitte von euren Gedanken zu dem Thema. Ich freue mich auf anregende Diskussionen.

Homophobe Autoren und die Frage, ob ich ihre Bücher lesen möchte

Ich möchte mal über etwas mit euch reden. Nämlich darüber, ob man Autor und Buch voneinander trennt. Vor 2 Jahren habe ich schon mal einen ähnlichen Post geschrieben, in dem es darum ging wie Autoren sich daneben benehmen und ob man seine Lese- und Kaufentscheidungen davon beeinflussen lassen sollte. Heute geht es aber nicht um Autoren-Rumgezicke sondern darum, wie man reagiert, wenn Autoren deutlich einen Standpunkt einnehmen, dem man selbst komplett anders sieht.

Festmachen will ich das am Beispiel Homophobie. Ich bin ganz klar dafür, dass Homosexuelle genau die gleichen Rechte haben sollten wie Hetereosexuelle. Für mich macht es keinen Unterschied, wen man liebt. Mensch ist Mensch und ein Kind kann genauso glücklich von zwei Männern aufgezogen werden wie ein Kind unglücklich bei einem Mann und einer Frau aufwachsen kann. Manche Menschen sehen das anders und obwohl natürlich jeder das Recht auf seine eigene Meinung hat, finde ich es schwierig, wenn solche Menschen Homosexualität als Krankheit bezeichnen und darauf bestehen, dass letztere in welchen Bereichen auch immer weniger Rechte haben sollten.

Nun zu den Autoren. Glanzbeispiel ist Orson Scott Card. Dass der Ender’s Game Autor in aller Öffentlichkeit homophobe Äußerungen von sich gibt, ist kein Geheimnis. Hier gibt es beispielsweise eine Sammlung seiner Äußerungen, natürlich außerhalb des Kontextes, aber ich denke für eine grobe Meinungsübersicht reicht es. Aufgrund seiner Aussagen habe ich bisher für mich beschlossen Ender’s Game links liegen zu lassen und den Autor weder mit Geld noch mit Lesezeit zu beglücken. Ich muss zugeben, dass die Verfilmung seines bekanntesten Werkes mich vor Kurzem so neugierig gemacht hat, dass ich sie mir trotz allem angeschaut habe. Allerdings haben sich die Filmemacher klar von Cards Meinung zu Homosexualität distanziert. Erschrocken musste ich feststellen, dass ich die Story ziemlich cool fand. Kleine Zwickmühle also. Der Autor vertritt auf extreme Art und Weise eine Meinung, die ich weder gutheißen kann noch möchte, seine Storyidee war aber trotzdem ziemlich ansprechend. Zum Glück ist meine Neugierde mit dem Film aber befriedigt worden und ich verspüre nicht den Drang das Buch trotzdem zu lesen.

Beispiel Nummer 2 bereitet mir viel größere Bauchschmerzen. Der momentan überall erwähnte und hoch gelobte Brandon Sanderson. Er gehört wie Orson Scott Card einer LDS-Kirche an. Diese ist nicht gerade für ihre Liberalität bekannt und so ist es nicht verwunderlich, dass auch Brandon Sanderson Homosexualität in Frage stellt. Einen sehr langen Essay von 2007 zu dem Thema kann man auf seinem Blog lesen. Spannend hieran ist, dass Brandon Sanderson so ganz anders rüberkommt als OSC. Er wirkt offener und toleranter. Auch er hält Homosexualität für etwas grundsätzlich Falsches, einen Drang, dem man als Betroffener nicht nachgehen sollte, aber er sagt gleichzeitig, dass er Homosexuelle nicht ausgrenzen oder schlechter behandeln würde (nur Ehe schließen dürfen sie nicht, weil das für ihn etwas Kirchliches ist). Großes “Hmmm” meinerseits. Keine Frage, Brandon Sanderson kommt mir 100x sympathischer vor, aber woran liegt das? Daran, dass ich seine Bücher so gern so dringend lesen möchte? Daran, dass er sich geschickter ausdrückt als OSC? Denn das ist doch die Frage. Bloß weil BS es toleranter formuliert, ist er doch der Meinung, dass Homosexualität falsch ist und letztere nicht die gleichen Rechte (Ehe) haben sollten wie Heterosexuelle.

Ich will jetzt gar nicht weiter in die Tiefe darüber gehen, was genau die beiden Autoren für eine Meinung haben. Dazu müsste man sie schon selbst in die Diskussion mit einbringen. Viel mehr stelle ich mir die Frage, warum ich mich OSC so (relativ strikt verweigere und bei BS dazu tendiere eine Ausnahme zu machen. Ich meine, wie handhabt man sowas? Sollten die eigenen Moralvorstellungen wichtiger sein? Oder trennt man strikt zwischen Autor und Buch? Letzteres finde ich nicht schlimm solange gewisse Ansichten nicht auch in den Büchern durchscheinen. Man kann jemanden unsympathisch finden und seine Kunst trotzdem wertschätzen, oder? Ist genau das nicht Objektivität? Und wie ist es, wenn ich von Fall zu Fall entscheide? Wenn ich OSC einfach so doof finde, dass ich seine Bücher nicht lesen mag, aber BS, der eine ganz ähnliche Meinung vertritt, erlaube sich in mein Regal zu schleichen. Macht mich das zu einem Heuchler? Und wieso können Autoren sich nicht einfach mal darauf beschränken nur über ihre Bücher zu reden?

Was sagt ihr dazu und wie handhabt ihr das selbst? Standet ihr schon mal vor so einem Dilemma? Ich weiß, dass viele von euch Brandon Sanderson lesen. War euch seine Meinung über Homosexualität bekannt? Ist euch das egal? Im Endeffekt muss das jeder für sich selbst entscheiden, aber ich finde es wichtig, dass man informiert ist und seine Entscheidung bewusst getroffen hat, also erzählt mir doch bitte von euren Gedanken zu dem Thema. Ich freue mich auf anregende Diskussionen.

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